„Kinder können sich das Schreiben nicht selbst beibringen“

Eine neue einfache Schrift soll die bisherige Druckschrift und die Schreibschrift ersetzen. Die ersten Bundesländer beginnen bereits, diese Grundschrift einzuführen. Die Schreiblehrerin Ute Andresen ist entschieden gegen das Reformprojekt, weil es das Kulturgut Handschrift gefährdet – und Kindern elementare Lernprozesse vorenthält

Siehe dazu auch FAS über Abschaffung der Schreibschrift; und wieso Cornelia Funke, ihre Manuskripte erst mit der Hand schreibt.

Frau Andresen, an einigen Schulen in Deutschland erlernen Kinder eine neue, einfachere Schrift, die so genannte Grundschrift. Sie sind vehement dagegen. Warum?

Ute Andresen: Weil man uns vormacht, Kinder könnten sich die Grundschrift quasi allein beibringen. Und weil diese Schrift ein missratener Zwitter aus Druck- und Schreibschrift ist.

Es gäbe dann also nur noch eine Schrift, die Schulkinder lernen?

Was auf den ersten Blick wie eine Vereinfachung aussieht, hat in Wahrheit große Nachteile. Erstens erwerben Kinder so keine sichere Handschrift. Das wäre ein großer Verlust. Zweitens wissen wir nicht, was aus einer solchen Schrift im Laufe der Zeit eigentlich wird. Das bedeutet, ein unausgegorenes Reformprojekt setzt leichtfertig eine Kulturtechnik aufs Spiel – die Fähigkeit, eine allen gemeinsame lesbare Schrift zu schreiben. Weiterlesen

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